St. Lucia, Rodney Bay

Rodney Bay

25.01.2021, N 14°04,5′ W 60°57,4’′, Bucht der Gegensätze

Leewards der Insel gibt es meist weniger Wind und niedrige Wellen. Das ermöglicht uns komfortables und trotzdem flottes Segeln. Weil der Wind leider wieder auf NO gedreht hat, brauchen wir für die Strecke von knapp 9 SM doch wieder 3 Stunden, weil wir 2 Schläge nach SO segeln müssen, um nicht zu weit nach Westen aufs offene Meer zu kommen. Aber wir haben ja keinen Stress 😉

Wir ankern zuerst nördlich der Marina Einfahrt in einem ausgewiesenen Ankerbereich neben dem Mooringfeld. Leider erweist sich der felsige Untergrund als ungeeignet. Unser Anker liegt auf dem Grund, ohne auch nur die geringsten Anzeichen für einen Halt. Wir wechseln unsere Position und ankern weiter südlich vor dem langen Sandstrand. Dort ist es etwas tiefer, aber der Grund sandig, und der Anker hält. Spitze finden wir den Service der Fruitboats. Hier in der Rodney Bay ist es Greg, der uns mit frischem Obst aus dem eigenen Garten versorgt. Besonders dankbar ist man für einen solchen Service, wenn man z.B. mal eine Woche auf dem Boot in Quarantäne ist.

Fruitboat

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Dinghy in die moderne und bestens ausgestattete Marine. Hier haben schon einige ARCs ihren Zieleinlauf gefeiert, und die Infrastruktur ist auf eine große Anzahl von Seglern eingerichtet. In der Bucht sind allerdings wenige Boote. Viel mehr liegen im angrenzenden Shipyard, und warten auf ihre Eigner, die heuer – wegen der Coronaepidemie – nicht anreisen konnten. Wie bereits erwähnt gibt es gerade einen Lockdown in St. Lucia. Wir kommen also leider nicht in den Genuss der Gastronomie und finden leider mehr oder weniger nur geschlossene Läden vor.

Mit dem öffentlichen Verkehr (Minibusse, die im Takt von wenigen Minuten immer wieder vorbeikommen) fahren wir zu zweit um 3 EC, also ungefähr 90 €Cent zur großen Einkaufsmall in der Village. Hier wäre eigentlich ein Einkaufsparadies mit Boutiquen, Schuhläden, Gastronomie und allem was das Herz begehrt. Leider ist aber wegen des Lockdowns auch hier alles bis auf die Lebensmittelgeschäfte geschlossen. Immerhin bietet die Massy Filiale eine große Auswahl, und wir decken uns mal wieder mit Käse und anderen Produkten ein, die sonst schwer zu bekommen sind. Unsere Rechnung fällt dementsprechend hoch aus 🙁

Auf dem Rückweg erstehen wir bei einer netten Dame an einem Strassenstand noch eine vegetarische und eine Hühnchen-Roti. Gefüllte, würzige Creppes mit geschmackvollem Inhalt. Um 30 EC oder 9 Euro werden wir beide satt.

Den nächsten Tag nutze ich für eine Wanderung zum Pigeon Island Park. Auf dem Hinweg nehme ich die Strassen durch den Ort, zurück laufe ich am Strand der Nobelhotels entlang. Der Unterschied könnte nicht größer sein. Luxus im Überfluß dort wo die Touristen hausen, einfache Häuser, Hütten und Buden für die Einheimischen. Trotzdem bin ich mir nicht sicher, auf welcher Seite die Menschen glücklicher sind. Im Dorf sehe ich jedenfalls niemanden, der Stress hat. Viele sitzen am späten Nachmittag auf Bänken zusammen auf der Straße und spielen Domino und lachen.

Der Pigeon Island Park ist – wieder wegen Corona – leider ebenfalls geschlossen, obwohl um diese Zeit sowieso kaum Gäste zu erwarten sind, und das Gelände sehr weitläufig wäre. So muss ich am Tor der größten Attraktion der Gegend unverrichteter Dinge wieder umkehren.

Am nächsten Tag klarieren wir aus, und tanken danach in der Marina noch unseren Dieseltank voll. Der Diesel kostet hier nach dem Ausklarieren nur 85 U$Cent, also ca. 73 €Cent pro Liter. Da macht tanken schon fast Spaß. Wir setzten Segel und Kurs Nord. Unser nächstes Ziel heißt Dominica.

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