Guadeloupe – ein botanisches Paradies

Papaya

Februar 2021, Guadeloupe

Guadeloupe besteht ja aus 2 Hälften, quasi den Schmetterlingsflügeln. Das flache und sonnige Grande-Terre im Osten und dem gebirgigen und regenreichen Westflügel. Der östliche Teil bietet sich ideal für den Ackerbau an, hier war in der Vergangenheit der Schwerpunkt des Zuckerrohr-Anbaus. Einige der Bananenplantagen können besichtigt werden.

Mittlerweile hat der Anbau von Bananen und anderen tropischen Früchten die Vorrangstellung des Zuckerrohrs abgelöst. Bananen machen mittlerweile 50 % des Exportertrags der Insel aus.

Zu Zeiten der Sklaverei wurden auf den großen Plantagen vor allem Zuckerrohr und Kaffee angebaut. Daneben gab es Plantagen für Tee, Kakao und natürlich Obst und Gemüse für den Eigenbedarf. An vielen Stränden wachsen Kokospalmen, und selbst Baumwollsträucher haben wir auf der Insel gefunden. Auf Martinique und Guadeloupe finden sich noch einige Rum Destillerien im Privatbesitz, die das Zuckerrohr aus eigenem Anbau verarbeiten, und die auch besichtigt werden können.

Obwohl der Kaffeeanbau durch Kriege, Naturkatastrophen, Krankheiten wie den Kaffeerost und die Landflucht der Bevölkerung auf nur noch 30 Tonnen / Jahr geschrumpft ist, wird der „Bonifieur La Guadeloupe“ immer noch weltweit exportiert und wird von Kennern als einer der besten Kaffees der Welt bezeichnet. Wir haben uns in einer lokalen Kaffeerösterei ein bisschen über die Geschichte und den Produktionsablauf informiert und natürlich auch Kaffee probiert und gekauft. Kaffee ist für uns – auch wenn wir weniger trinken als zu Hause – ein Genuss, auf den wir nicht verzichten möchten. Deshalb haben wir unseren Kaffeeautomaten sogar im Fluggepäck mit geschmuggelt. Der braucht allerdings ganze Bohnen, die in der Karibik nicht immer leicht zu bekommen sind.

Ein ähnliches Schicksal hat der Kakao – Anbau der Insel erlitten. Auch hier gibt es aber immer noch einige standhafte Unternehmen, die den Anbau und die Verarbeitung des Kakaos betreiben. Wir haben die Gelegenheit genutzt, und uns das angesehen, und natürlich auch die Schokolade probiert …

Im gebirgigen Osten stauen sich die Wolken und produzieren viel Niederschlag. Das Klima ist subtropisch und ein Großteil der Insel mit Urwald bewachsen. Fast die Hälfte der Fläche wird von einem Schutzgebiet des Parc National de la Guadeloupe eingenommen. In diesem Nationalpark finden sich auch die vielen tollen Wasserfälle der Insel. Botanikfreunde finden hier eine Vielzahl von Pflanzen in den tropischen Regenwäldern, die bei uns allenfalls als Topfpflanzen im Kleinformat bekannt sind.

Auch auf Basse-Terre wird in den gemäßigteren Zonen Ackerbau betrieben.

Überall auf der Insel finden sich – wie auf den meisten karibischen Inseln – Obst- und Gemüsestände, nicht nur auf Märkten, sondern oft auch an viel befahrenen Straßen. Man kann sich also je nach Saison und Gegend mit Ananas, Bananen (Dessert- und Kochbananen), Drachenfrucht, Golden Apple, Granatapfel, Grapefruit, Guave, Limonen, Kokosnuss, Mandarinen, Mangos, Maracuja, Orangen, Papayas, Quenepa, Stachelannone, Sternfrucht (Karambol) und Zitronen eindecken.

Diese Stände bieten oft auch lokal angebaute Gewürze, Sirup und Punsche an, der aus dem Rum der Zuckerrohrdestillen gemixt wird. Diese lokal angebauten Früchte sind nicht im Kühlhaus gelagert worden, und halten darum meist länger, als Obst, dass man im Supermarkt gekauft hat. Äpfel, Birnen und ähnliches von zu Hause gewohntes Obst ist fast immer importiert, und wird von uns im Hinblick auf den CO² Footprint nur in seltenen Fällen verwendet.

Wir frühstücken meistens ein Müsli aus frisches Obst (Mango, Guave, Banane oder was gerade verfügbar ist), mit ein bisschen Haferflocken, Nüssen und selbst gemachtem Joghurt. Ein Energie- und Vitaminspender, mit dem man auch einen langen Segeltag gut übersteht.

An Gemüse finden sich Avocado, Brotfrucht, Christophine, Ingwer, Kartoffeln, Karotten, Kraut (Weiß- und Blaukraut), Kürbis, Lauch, Ladyfingers, Manjok, Paprika, Rettich, Rote Beete, Süßkartoffeln, Tomaten, Topinambur, und ein großes Blattgemüse, das ähnlich wie Mangold schmeckt. Manchmal entdeckt man frischen Salat, meist kommt der aber auch aus dem Kühlraum, und ist deshalb nur wenige Stunden haltbar, auch etwas, dass wir hier eher selten kaufen. Auf unseren Wanderungen halten wir immer die Augen offen, und stoßen oft auf Bäume, von denen wir ein paar reife Früchte ernten können. Gerade die köstlichen Mangos wachsen oft auf riesigen Bäume, die irgendwo am Straßenrand stehen.

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